Zeitzone

Eine Zeitzone wird durch diejenigen Teile der Erdoberfläche gebildet, in denen eine einheitliche, staatlich geregelte Uhrzeit und das gleiche Datum gelten. Diese Uhrzeit ist die zur Zeitzone gehörende Zonenzeit und entspricht meist der astronomischen Ortszeit der Zonenmitte.

Die ideale Zeitzone ist ein geschlossenes Gebiet von 15° geografischer Längendifferenz, zu dem auch die betroffenen Meeresteile gehören und hat die Form eines Kugelzweiecks, das sich von Pol zu Pol erstreckt. Die realen Zeitzonen weichen teilweise erheblich davon ab, weil sie sich auch nach den Staatsgrenzen richten. Durch die Anwendung der Sommerzeit können in einer Zeitzone zwei Zonenzeiten vorkommen: Normal- (Winter-) und Sommerzeit. Beide Zonenzeiten können in einer Zeitzone auch gleichzeitig angewendet sein, weil die betroffenen Staaten nicht gleiche Umschalttermine wählen.

Ideale und tatsächliche Zeitzonen

Teilt man die Erde in genau 24 gleiche Kugelzweiecke ein, so entstehen 24 ideale Zeitzonen. Diese erstrecken sich über je 7½ Längengrade zu beiden Seiten des Bezugslängengrades, der im Ideal ein ganzes Vielfaches von 15° mit Bezug auf den international vereinbarten Nullmeridian ist. Daraus ergeben sich folgende Vorteile:

  • Die Zeitverschiebung zu den benachbarten Zeitzonen beträgt ± 1 Stunde.
  • Die Zonenzeit weicht an den Zonengrenzen nur ± ½ Stunde von der mittleren Sonnenzeit ab.

Die meisten Staaten haben eine dieser 24 Zonenzeiten als gesetzliche Uhrzeit (oder mehrere Zonenzeiten in Staaten mit großer Ost-West-Ausdehnung) gewählt. Eine tatsächliche Zeitzone ist die Summe aus allen Staaten oder Staatenteilen mit gleicher gewählter Zonenzeit und aus Gebieten der Ozeane, die immer Teil einer idealen Zeitzone sind.

Eine solche tatsächliche Zeitzone weicht zunächst einmal von einer idealen Zeitzone ab, weil die westlichen und östlichen Grenzen der Staaten nicht auf die Grenzen einer idealen Zeitzone fallen, und in der Regel keinem Längengrad folgen. Zudem hat die Bindung an die Sonnenzeit oft keine Priorität vor Traditionen, wirtschaftlichen Rücksichten oder kulturellen Bindungen an Nachbarstaaten. Folglich kann die Zonenzeit einer benachbarten oder weiter entfernten idealen Zeitzone als gesetzliche Zeit gewählt sein. Eine tatsächliche Zeitzone mit bereits ausgefransten Rändern ist deshalb gelegentlich in Ost-West-Richtung versetzt, und ist nicht immer ein in Nord-Süd-Richtung zusammenhängender Streifen. Am ehesten ist sie über den Ozeanen ein längerer Teil des idealen Kugelzweiecks, weil sie hier nicht für innerstaatliche Zwecke, sondern von der Schiff- und Luftfahrt und vom Militär (zum Beispiel von der Nato, siehe DTG) definiert und benutzt wird.

Umgangssprachlich kann mit dem Begriff Zeitzone auch nur das Gebiet eines Staates gemeint sein, anstatt dieses Gebiet als einer Zeitzone zugehörig zu bezeichnen. Weitere Verwirrung entsteht, wenn die Begriffe Zeitzone und Zonenzeit synonym verwendet werden.

Manche Staaten verwenden nicht eine der 24 "idealen" Zonenzeiten, die sich um eine ganze Stunde voneinander unterscheiden. Sie wählen eine Zeit dazwischen und schaffen damit eine an ihrer Süd- und Nordgrenze endende Zeitzone (zum Beispiel Indien).

Staaten mit großer Ost-West-Ausdehnung haben in der Regel mehrere Zonenzeiten (zum Beispiel USA und Russland). Sie unterteilen ihr Gebiet mehr oder weniger in Anlehnung an die "idealen" Zeitzonen. Es können doppelt oder mehrfach breite innerstaatliche Zeitzonen gebildet sein (so in Russland), oder im Staat wird nur eine einzige Zonenzeit verwendet (so in der Volksrepublik China).

Die Zonenzeiten werden relativ zur allgemein gültigen koordinierten Weltzeit (UTC, Universal Time Coordinated) angegeben, zum Beispiel als UTC+1h (Mitteleuropäische Zeit MEZ) oder UTC?3:30h (Neufundland Standard Time). Da der Sprachgebrauch nicht immer eindeutig ist, wird eine Zonenzeit UTC±x manchmal auch als Zeitzone bezeichnet.

In manchen Staaten wird zusätzlich etwa halbjährlich zwischen normaler Zonenzeit (Normalzeit, englisch Standard Time) und Sommerzeit (englisch DST, Daylight Saving Time) gewechselt.

Das Datum wechselt in jeder Zeitzone, wenn dort Mitternacht (24 Uhr / 00 Uhr) ist, oder beim Überschreiten der Datumsgrenze (Wechsel zwischen den Zeitzonen mit UTC+12h beziehungsweise UTC-12h). Somit ist eine Zeitzone auch durch das gleiche gültige Datum gekennzeichnet.

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